Impfung von Kaninchen

 

Einheimische Wildkaninchen sind Träger verschiedener Infektionskrankheiten, die auch für unsere Haus- kaninchen tödlich enden können. Die Virus-Erreger können leicht mit den Schuhen in die Wohnung eingeschleppt oder durch Mückenstiche übertragen werden.


Schutz vor Myxomatose und Chinaseuche (RHD) bietet die Impfung, die jährlich im Frühjahr aufgefrischt werden sollte.  Die Myxomatose wird durch ein Pocken-verwandtes Virus ausgelöst. Die hochansteckende Krankheit nahm ihren Ursprung in Südamerika und verbreitete sich erst nach 1950 in Europa. Seither führt sie immer wieder zu seuchenhaftem Kaninchensterben. Wenn man im Sommer in der Dämmerung durch Parkanlagen spazieren geht, sind die erkrankten Wildkaninchen häufig auf den Wiesen zu sehen. Typisch sind zuge- schwollene Augenlider und das Anschwellen des gesamten Kopfes, so dass dieser wie ein Löwenkopf aussieht. Übertragen wird das Virus durch Stechmücken und Flöhe. Diese nehmen den Erreger mit der Blutmahlzeit auf infizierten Tieren auf und übertragen ihn beim Stechen auf das nächste Kaninchen. Da Mücken auch in unseren Wohnungen anzutreffen sind, ist es durchaus möglich, dass auch ein nur in Haus gehaltenes Kaninchen angesteckt werden kann. Außerdem ist die direkte Übertragung durch Beschnuppern oder durch mit dem Erreger behaftete Gegenstände oder Futter möglich. 

 

Die Erkrankung äußert sich erstmals 5-10 Tage nach der Infektion. Zunächst scheinen die betroffenen Tiere nur lichtempfindlich zu sein. Sie zeigen eine eitrige Lidbindehautentzündung. Im weiteren Krankheitsverlauf bildet sich der Löwenkopf durch eine Anschwellung der Nase, der Augen- und Ohrumgebung und der Lippen aus. Diese Schwellungen treten auch an After und Scheide bzw. Hoden auf. Später kommt es in Zusammenhang mit einem sich entwickelnden eitrigen Schnupfen zu Atemnot. Weil sie nicht mehr fressen mögen, sterben die Tiere schließlich an Entkräftung. Bei einem weniger dramatischen Krankheitsverlauf, den ein Teil der betroffenen Kaninchen überlebt, können sich anstelle der Schwellungen kleine Knötchen in der Haut bilden.  

 

Eine Impfung kann ab der 6. Lebenswoche bei unseren Hauskaninchen durchgeführt werden. Der Impfschutz ist ab der 3. Woche nach der Impfung belastbar und hält 6 Monate an. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Impfung direkt vor Beginn der Mückensaison, also Ende März bis Ende April, so dass die Tiere während der gesamten Mückenzeit geschützt sind, ohne nachgeimpft werden zu müssen. Da die Impfung oft mit einem abgeschwächten Pocken-Virus und nicht mit dem Myxomatose-Erreger selbst erfolgt, bildet sich an der Impfstelle meist eine vorübergehende Schwellung, die Impfpocke.  

 

Die Chinaseuche oder RHD (Rabbit hemorrhagic disease) wird ebenfalls durch ein Virus verursacht. Typischerweise versterben infizierte Tiere, ehe sie Krankheitssymptome entwickeln können. Ab und an fallen dem Besitzer kurz vor dem Tod seines Kaninchens Atembeschwerden oder vielleicht blutiger Durchfall oder Harn auf. Das Virus verursacht Blutungen in alle Körperhöhlen und in alle Organe, so dass die Tiere sehr rasch versterben. 

 

Die Chinaseuche ist hochansteckend und wird direkt von Kaninchen zu Kaninchen und über Gegenstände und Futter sowie Einstreu, vielleicht auch an den Füßen von Insekten oder einfach über die Luft übertragen. Der Erreger kann über die Atemwege und den Verdauungstrakt in den Körper gelangen. 2-4 Tage nach der Infektion erkranken bzw. versterben die Kaninchen. Trotz intensivster Behandlungsversuche kann ein infiziertes Kaninchen nicht gerettet werden.